Montag, 4. Juni 2012

MilTec Gewehrfutteral

Über MiITec, ein Label der Firma Sturm, kann man viel erzählen. Jahrelang wurden unter diesem Label Ausrüstungsgegenstände vertrieben die zwar ungeschlagen im Preis waren, aber auch ungeschlagen in Sachen Niedrigqualität. Die Devise „MilTec kauft man immer dreimal“ gilt mittlerweile nicht nur für MilSim Teams, die eine qualitativ hochwertige Ausrüstung benötigen, sondern sogar Skirm-Teams meiden diese Marke weil sie einfach so schlecht ist. 
Doch nun, nach vielen Klagen und Beschwerden scheint sich das zu bessern. Eine Qualitätsoffensive wurde gestartet. Warum auch nicht, dass Firma Sturm Qualität produzieren kann beweist sie ja schließlich mit den Ausrüstungsgegenständen nach TL, welche an die BW geliefert werden. 
Wir haben uns das Gewehrfutteral von MiITec angeschaut. Für 39 EUR waren unsere Erwartungen weniger als gering. Das Design erinnert sofort an das von TT oder Condor, wer hier von wem abgekupfert hat, lassen wir mal dahin gestellt. Doch schon der Ersteindruck war ein „aber hallo“ Erlebnis. Das Material, ordentliches Cordura (geschätzt 500 DEN), die Reisverschlüsse Noname aber leichtgängig, die Schnallen und Riemen von mittlerer Qualität. Die Verarbeitung ist in Ordnung die Nähte auch recht sauber und bis auf den starken Chemiegeruch und hier und da ein überstehendes Fädchen gab es auf dem ersten Blick nichts auszusetzen. Insgesamt macht das Futteral einen sehr stabilen und belastbaren Eindruck. Ein dazu geeilter Kamerad wollte nicht glauben dass es sich um ein MilTec Produkt handelt.



Stand: Januar 2011

     
Gehen wir von außen nach innen. Das Futteral kommt in den Maßen von 105x27x7cm und bietet primär Platz für eine Langwaffe und zusätzlich zwei Kurzwaffen oder eine Waffe mittlerer Maße plus Zubehör. Die Front ist vollständig mit Molleschlaufen ausgestattet um zusätzliche Ausrüstung anbringen zu können. Leider wurde hier wohl mit Augenmaß gearbeitet, denn einige Schlaufen sind für normale MOLLE ­Schieber einfach zu schmal genäht.
Zusätzlich ist eine große RV Tasche aufgesetzt, die 50cm lang ist und auf der wiederum drei Taschen prangen. Jede dieser Taschen wird mit Klett verschlossen, mit einem Steckverschluß gesichert und verfügt über einen Gummizug um sie zu komprimieren. Die beiden schmaleren Taschen haben außerdem noch eine dünne Trennwand aus einem dünnen, glatten Polyestergewebe. Auf der großen Tasche ist ein kleines Klettfeld, z.B. für ein Namensschild. Doch damit nicht genug. Sollte man diese Taschen nicht nutzen wollen kann man die Platte auf der diese aufgenäht sind auch aufklappen (wir erinnern uns, RV-Tasche) und hat auf der Innenseite noch mal komplett MOLLE-Schlaufen. Die Platte lässt sich jetzt mittels Steckverschlüsse auf der Rückseite des Packs fixieren. Eine nette Idee. Gehen wir gleich weiter zu dieser RV Tasche die zwei dünne, mit Klettverschluß fixierte Stoffabdeckungen beherbergt. Hinter diesen kann man (jeweils) eine Kurzwaffe oder Zubehör unterbringen.

         
Womit wir auch schon beim Hauptfach sind. Das wird ebenfalls über einen großen Zwei-Wege RV geöffnet. Man kann eine Langwaffe unterbringen, die über zwei Gurtbänder mit Klett fixiert wird. Das ganze Pack ist gut gepolstert, man hat nie das Gefühl die Langwaffen wären nicht in „guten Händen“. Zudem ist die Innenseite des Hauptfachs mit dem dünnen Polyestergewebe ausgekleidet, hinter welchem zusätzlicher Stauraum für sehr dünne Dinge wie Bedienungsanleitungen, Scheiben etc. ist. Zugänglich ist dieser Stauraum über zwei RV.
Die Rückseite des Packs verfügt über vier Plastikaufhängungen für Rucksackträger. Leider sind diese nicht mit dabei. Aber schon die Verstärkungen auf dem Cordura zeigen dass man diese Tragweise ernst meint und dass Pack dieser Belastung auch Stand halten wird. In der Tiefe kann man das Futteral über vier Steckschließen nochmals komprimieren, als Tragegriffe dienen zwei gut vernähte Riemen mit Kopplungsschlaufe.

  
Fazit: Der Preis ist nicht angemessen für dieses Produkt, er ist ein Schnäppchen. Die Qualität und Verarbeitung stimmt, das Pack wirkt hochwertig und solide. Hoffen wir das Millec diesen Weg der Qualitätsverbesserung weiter geht und das Futteral kein Einzelfall bleibt. Dann kann man sich überlegen, zumindest für nicht ganz „lebenswichtige“ Gegenstände, auch mal wieder öfter MilTec zu kaufen.