Montag, 4. Juni 2012

TacGear Basha / Kommandoplane Gen. 1

Tarps und Bashas gehören mittlerweile zur Standardausrüstung der Spezialkräfte in Deutschland und haben die Zeltbahn weitestgehend abgelöst. Sie lassen vielfältige Aufbauvarianten für alle Einsatzszenarien zu (siehe dazu auch unser weiterführendes Review im Archiv).

Am Markt existieren vielfältige Varianten von derartigen Planen — in allen Preis- und Qualitätsklassen. Unser Partner hat uns das Basha von TacGear zukommen lassen, was wir nun ausgiebig unter die Lupe nehmen wollen.

   
Stand: Oktober 2008
Der Ersteindruck wird durch eine Überraschung bestimmt. Die Packmaße sind geradezu winzig — das Basha nimmt ordentlich zusammengelegt einen Platz von 32x20x3cm ein. Im Vergleich zum Billigtarp (40x30x7cm) und dem dienstlich gelieferten Goretextarp (50x35x8cm) ein regelrechtes Platzwunder. Doch auch das Gewicht ist mit 600 Gramm hervorragend leicht. Da schlagen beim Billigtarp schon 1200 Gramm und beim Goretexbasha satte 2600 Gramm zu Buche.
Zwei der wichtigsten Punkte Packmaß und Gewicht hat das TacGear Basha also schon in der Tasche. Doch wie sieht es mit dem Material aus?

Der erste Griff ans Material erschreckte zunächst — verdammt ist das dünn! Klar irgendwo muss ja das geringe Gewicht herkommen. Es handelt sich um ein Ripstop Gewebe, wie es in ähnlicher Form auch beim neuen BW Poncho zum Einsatz kommt — nur dünner. Auf der Unterseite ist es mit schwarzem PU beschichtet — doch dazu kommen wir noch.

Nach einigem fummeln, ziehen, drücken und wackeln war jedoch klar - das dünne Material hat es in sich. Es ist enorm reißfest, dehnt sich nicht (im Vergleich zum Poncho...) und ist dank der Beschichtung absolut wasserdicht. Einziger Wermutstropfen — es ist naturgemäß sehr empfindlich gegenüber Funken und spitzen Gegenständen. Bei sachgemäßem Gebrauch dürfte jedoch nichts passieren. Einen weiteren Vorteil hat das TacGear Basha gegenüber anderen Tarps aus Stoffmix — da es aus verstärktem Polyester besteht, und das Ripstop Gewebe auf der Oberfläche eine deutliche Struktur hat, kann man eventuelle Löcher oder Risse bombenfest mit Panzertape kleben. Einmal oben, einmal unten — hält ewig und ist absolut dicht. (Achtung nur „echtes BW Panzertape benutzen).

Das TacGear Basha überraschte jedoch nicht nur in Sachen Maße und Gewicht, sondern auch in der Farbe. Der Flecktarndruck ist sehr sauber und hat genau die richtigen Farben —kein quietschknallbunt so manches Importmodells. Die Oberfläche ist seidenmatt und schimmert kaum — im normalen Tageslicht vernachlässigbar. Auch durch das Nachtsichtgerät sieht man keine verräterischen Reflexionen wie beim Billigtarp.

     
Die Unterseite des Tarps hat eine anthrazit-schwarze, ebenfalls seidenmatte Beschichtung. Warum es schwarz sein musste kann ich nicht ganz nachvollziehen, da diese Farbe in der Natur kaum vorkommt und natürlich damit auffällig ist. Ein Olivton wäre sicher angebrachter gewesen. Andererseits schluckt schwarz natürlich auch Licht und Wärme, was gar nicht so verkehrt ist. Man denke an den Einsatz als Abdeckung eines Observation Post´s oder Versteck für den Funkhalt im Fernspäheinsatz.

Die Verarbeitung ist ansprechend hoch und dem Preis angemessen. Das Basha ist rundum mit einer Einfassung aus dem Obermaterial vernäht und an den Ecken mit einer stabilen PU Ecke verstärkt. An den Ecken sowie an den Seiten (4 in der Länge, 1 in der Breite) befinden sich Schlingen zum abspannen, z.B: über Bungee-Cord (Gummispanner). Ein Schwachpunkt beim Billigtarp, jedoch nicht beim TacGear — die Schlingen sind robust, schmal und vor allem stark vernäht. Des Weiteren finden sich gleich drei Schlingen an der Oberseite auf dem Tarp um es z.B. unter einen Baum als Spitzdach oder Pyramide hängen zu können.

         
Jeweils an den Ecken und den Querseiten finden sich versetzt zwei 2 cm große Ösen (Öffnung), diese sind jedoch nicht zum abspannen gedacht (und dafür auch nicht geeignet) sondern zur Benutzung mit einer Stange oder Ast gedacht. So kann man z.B. mit 6 Bashas ein Rundzelt bauen, ähnlich einem lndianertippi.
 
Den krönenden Abschluss - und den besten Grund ein Tacgear Basha zu kaufen - ist jedoch der Umstand dass in längsrichtung beliebig viele Bashas per Druckknopf zusammengefügt werden können. Die Druckknöpfe sind hochwertig und stabil und befinden sich an den Ecken, sowie längs und in der Mitte. Die Erweiterungsmöglichkeiten und Aufbauvarianten sind fast unbegrenzt.

Fazit — das TacGear Basha fällt mit seinen Maßen von 295x185 cm etwas schmaler aus als Andere, was jedoch in der Einsatzpraxis kaum ins Gewicht fallen dürfte. Es ist wesentlich leichter und hat ein geringeres Packmaß als seine Mitbewerber. Dazu kommt noch die gute Verarbeitung und natürlich die Kompatibilität und Erweiterbarkeit mit weiteren Bashas. Es ist für nahezu alles geeignet, sei es als Abdeckung oder zum wegschaffen von Aushub — das einzige was es nicht kann (wofür es aber auch nicht gedacht ist) ist als Bergetuch zu dienen.