Montag, 4. Juni 2012

Web-tex Medic Pack / PCLE Seitentasche

Der dritte im Bunde unserer Web-tex Review Reihe soll der Medic Pack „PCLE“ sein. Auch hier hat Web-tex mitgedacht und sich etwas interessantes einfallen lassen: der Pack ist nicht nur als Einzelstück zu gebrauchen, sondern kann auch als Seitentasche an einen PCLE Rucksack angebracht werden. Der „Bergen“ ist der Standardrucksack der britischen Armee und wird ebenfalls von Web-tex (nach)gebaut.



 
Stand: August 2007
 
Ein Kamerad der mit den PCLE Rucksäcken bereits dienstlich zu tun hatte, bestätigte mir daß die Seitentaschen auch an den Berghausmodellen Vulcan und Atlas passen würden. Er hatte recht. Der Pack paßt wie angegossen. Dies eröffnet natürlich neue taktische Möglichkeiten, da das Pack nun auf dem Marsch von der 3rd Line A zur B wandern kann. In wie fern das Sinn macht, sei hinten angestellt.
 
  
Zum Pack: Das Medic-Pack bietet einen ordentlichen Platz für die Sanitätsausrüstung eines kleinen Trupps, abgesehen von Infusionen und anderem großen Material. Die umfangreiche Sanitätsausstattung Spezialkräfte (auch bei uns im Review) paßt aber bei weitem nicht hinein.
 
Der Ersteindruck ist sehr gut. Das Pack wirkt stabil und robust, die Materialien angemessen hochwertig. Die Maße betragen 40x23x13 cm. Als erstes fällt auf daß die Seitentasche nicht nur als solche konzipiert ist. Sie hat zwei feste Trageschlaufen, auf einer der Beiden prangt eine noble „Web-tex“ Stickerei. Zudem existieren zwei D-Ringe an denen ein Tragegurt eingehängt werden kann. Der ist im Lieferumfang enthalten und wie die Schlaufen aus einem Gurtband mittlerer Qualität. Erfreulich — die entsprechenden Karabiner sind drehbar gelagert so daß der Gurt sich nicht verdrehen kann.
 
     
Auf der Rückseite des Packs befinden sich gleich mehrere Möglichkeiten der Befestigung an verschiedenen Ausrüstungsgegenständen. Zunächst der beidseitige Reisverschluß, der es ermöglicht das Pack als Rucksackseitentasche zu verwenden. Sollte dies nicht möglich sein, hat man noch die Möglichkeit über 4 Gurtbandschlingen eine Adaption an den Rucksack zu versuchen. Alternativ kann das Pack aber auch am Hüftgurt des britischen Koppeltragesystems getragen werden, dafür existieren ebenfalls 4 Aufnahmen aus Gurtband, welche sich per Druckknopf öffnen lassen. Interessant: Damit diese Aufnahmen die Form nicht verlieren und das Pack anfängt zu „schlackern“, sind sie mit kleinen Metallplättchen verstärkt. Die Aufnahmen für das Yoke (Schultertragesystem) sind ebenfalls aus Metall.
 
   
Kommen wir zum eigentlichen Pack. Das besteht wie üblich aus dem innengummierten Cordura und ist auf der Front- und Heckseite schaumstoffgepolstert. Die Frontpartie wirkt irgendwie ziemlich nackt, ein Rot-Kreuz-Symbol wäre schön gewesen, werde ich wohl selbst nachrüsten müssen. Das Pack läßt sich über einen umlaufenden Reisverschluß für längs öffnen und aufklappen. Der ist von mittlerer Qualität und wurde von Werk aus mit einem dünnen Stück schwarzer Schnur „entklappert“. Die Schnur entfernte sich jedoch schon nach dem dritten Mal öffnen von selbst, so daß ich hier mit Fallschirmschnur nachrüsten werde. Abgedeckt wird der RV mit einer massiven Abdeckleiste, welche sehr straff am Körper anliegt und um einiges zu groß geraten ist. Soviel war eigentlich gar nicht notwendig. Hier sehe ich in Streßsituationen Probleme.
 
   
Öffnet man das Pack also hat man zwei gepolsterte Flächen von 38x20cm. Auch hier hat man sich etwas einfallen lassen. Eine Seite ist mit drei großen Klettflächen ausgekleidet, welche drei gleiche Netzbeutel aufnehmen können, die ebenfalls mit einer Klettseite ausgestattet sind. Die Beutel sind etwa 17x8x8 cm groß und aus einem sehr robusten Netzgewebe gefertigt. Da kann sich manche Rückenpartie einer Kampfmittelweste eine Scheibe abschneiden. Verschlossen werden die Beutel mittels Schnürzug mit Kordelstopper.
 
        
 Auf der anderen Seite ist alles mit Gummizug ausgestattet. Und das mit einem guten System: Es existieren X Reihen aus grünem Gummizug, jede Reihe besteht aus großen Abteilungen, neben denen jeweils eine kleine Abteilung ist. Also hat man für alle Größen Einsteckmöglichkeiten. Doch damit nicht genug befindet sich auf jeder Reihe nochmals eine Lage schwarzer Gummizug mit großen Abteilungen für alles was sonst nicht paßt.
Hervorragende Idee!
 
       
Die Mitte des Packs macht eine durchsichtige Folie für flache Gegenstände, die von oben eingesteckt werden können. Darauf aufgesetzt ist ein kleines „Ausweisfach“. Auf der Rückseite sind nochmals zwei große, flache Netzfächer — eins von oben, eins von unten zugänglich. Zu erwähnen ist auch daß alle Nahtflächen im Innenraum sauber umsäumt oder mit Deckband umnäht sind, die Qualität wirkt stets hochwertig.
 
    
Fazit: Besonders die Funktion als Rucksackseitentasche macht dieses Pack sehr interessant. Die Qualität ist hoch, und die Materialien langlebig. Und bei einem Preis von 42,50 EUR kann man auch die übergroße RV-Abdeckung leicht verschmerzen.